Infotainment

Infotainment oder der Verrat des Professors

Dieser Text enthüllt keine sensationellen Neuigkeiten; als „Breaking News“ taugt er nichts und sein Unterhaltungswert tendiert gegen Null. Infotainment wird hier nicht geboten; ich versuche es nicht einmal.

Es begann mit der Suche nach verlässlichen Informationen zu Corona. Um die Informationen wissenschaftlicher Institutionen einordnen und nutzen zu können, ist Hintergrundwissen nützlich. Viel muss es nicht sein und es lässt sich leicht erwerben. Zwar kollidieren die Fachleute manchmal mit meiner Lebenserfahrung, doch das lässt sich zurecht rücken. Eine Kollision produzierten die amerikanischen Forscher mit der Empfehlung eines Lockdown - Schulschließungen und anderen Unannehmlichkeiten eingeschlossen - bis weit in das Jahr 2021 und gar hinaus. Immerhin erwarteten sie neben den erfreulichen Folgen auch weniger erfreuliche für die Wirtschaft, Gesellschaft und Psyche. Wissenschaft kann irren, das ist ihr Wesen und ihre Geschichte.

Schlimm werden Meldungen aus der Wissenschaft, wenn sich die Nachrichtenmedien ihrer annehmen, sie in Zeitungen erscheinen und auf Websites gepostet werden. Medien brauchen Material, Material und noch einmal Material. Eingängig muss es sein, muss sich schnell ins Gehirn brennen und Unterhaltungswert haben. Die Meldungen müssen knallen, scheppern und explodieren. Geben sie das nicht direkt her, muss das Knallen, Scheppern und Explodieren in den Konjunktiv und in die Zukunft verlegt werden, dann aber möglichst extreme Folgen haben. Das Unglück von heute wird zur Katastrophe von morgen. Aber schnell bitte, am besten noch schneller, damit die nächste Sensation drankommen kann.

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