Distanzzone

Distanzzonen? Vergessen Sie ihr Metermaß!

Körpersprache und Nonverbale Kommunikation sind ein noch ziemlich junges Gebiet der Kommunikationsforschung. Unter „Körpersprache“ wurde bis weit in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts allein das Ausdrucksverhalten von Schauspielern verstanden. Das änderte sich als die ersten Forschungen zur nonverbalen Kommunikation Ergebnisse lieferten, die sich populärwissenschaftlich und damit breitenwirksam umsetzen ließen. Die populäre Beschäftigung mit der Körpersprache generierte schnell Erwartungen, die sich nur als überzogen, ungerechtfertigt, spirituell und in vielen Fällen geradezu als manipulativ bezeichnen lassen. Die Gedanken anderer lesen zu können, ist ein Beispiel dafür. Von den echten Ergebnissen der Forschung drang nur ein Hauch in die allgemeine Luft: es gäbe Zonen, Distanzzonen, bis zu deren Grenze man sich dem anderen Menschen nähern dürfe; bei der Verletzung der Grenze müsse man notfalls mit Rabattz rechnen. Die Armeslänge wurde zum Maß dieser Dinge und diesen Maßstab treffen wir heute immer wieder bei den Teilnehmern in unseren Seminaren zur nonverbalen Kommunikation an.

Gegen die Popularisierung wissenschaftlicher Ergebnisse ist nichts zu sagen, sie ist vielmehr zu begrüßen, auch dann wenn die Tatsachen arg verkürzt und verbogen werden. In dem Fall der Distanzzonen treffen wir aber auf ein grundsätzliches Missverständnis und das ist zu klären.

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