Schule

Warum ich über Edutainment schreibe

Mir macht es Spaß, für den Spaß anderer Menschen zu sorgen. Ich bringe sie gern zum Lachen. Mein idealer Beruf wäre also Alleinunterhalter. Mein Pech ist, dass mir gewisse Themen wichtig sind, und ich sie damit anderen nahe bringen möchte - zum Beispiel Körpersprache zu verstehen. Damit müsste meine Berufswahl wohl Pädagoge sein.

Lange war ich der Ansicht, beide Berufe schlössen einander aus, obwohl ich in seltenen – viel zu seltenen – Situationen mit einer Kombination von beiden beglückt wurde: unterhaltsame Lehrer, lehrreiche Unterhalter. Menschen, denen diese glückliche Kombination gelingt, nennt man Edutainer – das erfuhr ich erst nach langer Zeit. Da war ich schon Pädagoge und begann meine Entdeckungsreisen ins Edutainment mit meiner Arbeit als Pädagoge, als Trainer, Moderator und Vortragsredner.

Menschen mit professionellen Techniken des Edutainments wichtige Themen näher zu bringen, ist heute mein Beruf.

Jetzt will ich über Edutainment schreiben. Schreiben ist immer ein gutes Mittel, die Gedanken zu ordnen und neue zu bekommen. Dann ist mir daran gelegen, ein wenig Licht ins Schattendasein des Edutainments zu bringen. Drittens möchte ich das Gespräch mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser.

Ich werde in lockerer Folge und kurz gefasst über mein Edutainment schreiben. Einige der Überlegungen will ich an anderer Stelle auf meiner Website vertiefen – die Links führen also in den Keller der Details oder auf den Dachboden des Überblicks.

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Mein Weg zum Edutainment: Die Universität

So schnell aber ließ ich nicht locker bei der Schule, vielleicht war da ja doch noch etwas mehr an Spaß und Anarchie zu finden als ich auf den gewöhnlichen Anstalten erleben durfte. Mein eigener Sonderweg hieß Abendgymnasium. Unterm Strich ging es dort wirklich lebhafter zu als in allen Schulen vorher, aber eigentlich nur, wenn wir die Pausen, die Zeit in der Cafeteria und das Bier danach zur Schule hinzu zählen. Der Unterricht selbst war knochentrocken, wie gewohnt – nur anders. Viele der jungen Lehrer waren zukünftige Altachtundsechziger und verhielten sich schon damals so. Die ganzen ideologischen Wolkenschiebereien gaben keinen Tropfen Spaß her, dazu war die Kritik an den herrschenden Verhältnissen viel zu ernst. Die Deutschstunden wurden zur Arena einer Art von Pseudospaß, wenn das „politische“ Cabaret dran war. Eine Pappkulisse wurde für die Wirklichkeit ausgegeben und mit einer vorhersehbaren Pointe entlarvt und erledigt. Zaghafte und der Natur der Sache nach nicht ernst gemeinte Hinweise, ein wenig mehr Anarchie und Spaß im Unterricht zu versuchen, wurden als kleinbürgerliches Vergnügungsbestreben auf ihren Platz (dem Müllhaufen der Geschichte) verwiesen.

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