Universität

Mein Weg zum Edutainment: Die Universität

So schnell aber ließ ich nicht locker bei der Schule, vielleicht war da ja doch noch etwas mehr an Spaß und Anarchie zu finden als ich auf den gewöhnlichen Anstalten erleben durfte. Mein eigener Sonderweg hieß Abendgymnasium. Unterm Strich ging es dort wirklich lebhafter zu als in allen Schulen vorher, aber eigentlich nur, wenn wir die Pausen, die Zeit in der Cafeteria und das Bier danach zur Schule hinzu zählen. Der Unterricht selbst war knochentrocken, wie gewohnt – nur anders. Viele der jungen Lehrer waren zukünftige Altachtundsechziger und verhielten sich schon damals so. Die ganzen ideologischen Wolkenschiebereien gaben keinen Tropfen Spaß her, dazu war die Kritik an den herrschenden Verhältnissen viel zu ernst. Die Deutschstunden wurden zur Arena einer Art von Pseudospaß, wenn das „politische“ Cabaret dran war. Eine Pappkulisse wurde für die Wirklichkeit ausgegeben und mit einer vorhersehbaren Pointe entlarvt und erledigt. Zaghafte und der Natur der Sache nach nicht ernst gemeinte Hinweise, ein wenig mehr Anarchie und Spaß im Unterricht zu versuchen, wurden als kleinbürgerliches Vergnügungsbestreben auf ihren Platz (dem Müllhaufen der Geschichte) verwiesen.

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