Körpersprache

Distanzzonen? Vergessen Sie ihr Metermaß!

Körpersprache und Nonverbale Kommunikation sind ein noch ziemlich junges Gebiet der Kommunikationsforschung. Unter „Körpersprache“ wurde bis weit in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts allein das Ausdrucksverhalten von Schauspielern verstanden. Das änderte sich als die ersten Forschungen zur nonverbalen Kommunikation Ergebnisse lieferten, die sich populärwissenschaftlich und damit breitenwirksam umsetzen ließen. Die populäre Beschäftigung mit der Körpersprache generierte schnell Erwartungen, die sich nur als überzogen, ungerechtfertigt, spirituell und in vielen Fällen geradezu als manipulativ bezeichnen lassen. Die Gedanken anderer lesen zu können, ist ein Beispiel dafür. Von den echten Ergebnissen der Forschung drang nur ein Hauch in die allgemeine Luft: es gäbe Zonen, Distanzzonen, bis zu deren Grenze man sich dem anderen Menschen nähern dürfe; bei der Verletzung der Grenze müsse man notfalls mit Rabattz rechnen. Die Armeslänge wurde zum Maß dieser Dinge und diesen Maßstab treffen wir heute immer wieder bei den Teilnehmern in unseren Seminaren zur nonverbalen Kommunikation an.

Gegen die Popularisierung wissenschaftlicher Ergebnisse ist nichts zu sagen, sie ist vielmehr zu begrüßen, auch dann wenn die Tatsachen arg verkürzt und verbogen werden. In dem Fall der Distanzzonen treffen wir aber auf ein grundsätzliches Missverständnis und das ist zu klären.

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Shakehands statt Nasenküsse. Warum schütteln wir einander zum Gruß die Hände?

Nasenkuss ist ein lustiges Wort und auch die Bilder vom Nasenkuss sind witzig anzuschauen. Es gibt sogar Bilder von Angela Merkel beim Nasenkuss, auf denen sie aber nicht ganz so entspannt wirkt, wie es das lustige Wort vom Nasenkuss empfiehlt.

Die alten Männer des Ostblocks dagegen begrüßten sich weniger grazil. Ihre Umarmungen hatten etwas vom Ringen im Freistil und der sich anschließende Kuss wirkt, als wurde ihnen ein sofortiges öffentliches Statement zum schwulen Coming –Out verordnet und sie hatten keine Zeit mehr gehabt, hinterm Vorhang zu üben.

Heute ist alles viel trivialer: wir schütteln einander die Hände, wenn wir uns begrüßen. Im beruflichen Zusammenhang jedenfalls. In der Freizeit und auf der Straße mag das anders zugehen: von „Hi“ bis zu „Bussi-Bussi“-Grüßen ist alles hör- und erlebbar. Der Handschlag oder das Händeschütteln, das sind die alten Bezeichnung für Shakehands, halten sich wacker und das ist Grund genug, nach ihrer Bedeutung zu fragen und nebenher zu erkunden, wie der Handschlag richtig gut gelingt.

Er gelingt jedenfalls nicht, wenn wir hinschauen und darauf achten, ob er gelingt. Wenn das beobachtende Auge die Hand führen muss, wird es nichts mit dem richtigen Handschlag. Wenn es „richtig“ zugeht, finden sich die Hände ohne unser kritisches Zusehen. Zum Blick als wichtigem Signal kommen wir noch.

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Die Weintraube des Oberkellners

Urlaub, Sonne, Strand –die Basis für zwei Wochen in einem griechischen Hotel. Das Zimmer blickte meerwärts in den Sonnenaufgang hinein, die Küche war vorzüglich und der Service passte ausgezeichnet dazu. Wir mussten ungefähr gleich alt sein – der Oberkellner und ich. Damit endeten die wahrnehmbaren Gemeinsamkeiten. Die spürbaren Unterschiede lagen woanders: Er hieß „Konstantinos“, so stand es in gut lesbaren lateinischen Lettern auf seinem Namensschild, darunter in schwächerer Schrift „Constantin“. Einen griechisch geschriebenen Vornamen gab es nicht, sein Nachname wurde mir vorenthalten. Also sprach ich ihn als „Konstantinos“ an, ließ aber eine weitere Anrede fort. In feierlichen Momenten, bei der täglichen Begrüßung oder wenn die Getränkebestellung abgeschlossen war, war ich „Sir“, sonst „Mister“. Da ich kein Namensschild trug, blieb es dabei.

So kamen wir miteinander durch die Tage. Natürlich war ich freundlich zu ihm, wir redeten stets ein paar Sätze miteinander – das Wetter, die Sonne, der Wein, über all den nichtigen Blödsinn eben, von dem uns die Reiseveranstalter glauben machten wollen, er sei der einzige Lebensinhalt der ortsansässigen Bevölkerung. Außer natürlich das Abräumen der Teller. Die Verständigung hangelte sich durch ein paar Sprachen, etwas Deutsch, etwas Englisch – ein paar Brocken hier, ein paar Brocken da. Ich grüßte auf Griechisch, oder was ich dafür hielt. Konstantinos war tolerant genug, meine merkwürdigen Griechischversuche zu akzeptieren.

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Meine Themen 2019

2019 werden sich die Entwicklungen der letzten Jahre fortsetzen und in vielen Bereichen weiter beschleunigen: Digitalisierung, Globalisierung und die Entwicklungen der Arbeitswelt. Herausforderungen werden drängender, komplexer und erfordern Entscheidungen.

Auch 2019 ist also ein Jahr, in dem die störungsfreie Kommunikation zwischen allen Beteiligten ihren hohen Stellenwert behalten wird. Kommunikation ist das Gespräch und besonders das persönliche Gespräch, der Austausch vom einen zum anderen.

Aus diesen Herausforderungen  und Bedingungen erwachsen meine Themen für 2019:

Körpersprache und nonverbale Kommunikation - Im Austausch untereinander ist wichtig, wie wir etwas sagen und nicht allein was wir sagen – also die Körpersprache und nonverbale Kommunikation. Mein besonderer Schwerpunkt in diesem Jahr ist die Körpersprache in der Gesprächsführung, besonders in Verhandlungen und die Körpersprache in der Fort- und Weiterbildung. Dazu biete ich Vorträge an ("Versteckte Botschaften") und Seminare.

Persönliche Beziehungsnetzwerke - Am besten ist, wenn wir uns mit den richtigen Menschen treffen und lange mit ihnen in Kontakt bleiben, um uns über unsere Themen austauschen können und zum Vorteil aller wechselseitig zu unterstützen. In diesem Bereich („Shared Networking“/ Kooperatives Netzwerken“) setze ich meine Kooperation mit Andreas Reuther fort und biete gemeinsam mit ihm Workshops für die Entwicklung von Team-Netzwerken an.

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