Führung im Home-Office: Die Führung und das Team

Sprechen wir von einem Team, meinen wir eine Anzahl von Menschen, die im Berufsleben an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten. Die Gruppe besteht aus mindestens zweien oder dreien, nach oben hin ist ihrer Zahl nicht leicht zu begrenzen; selten werden es mehr als zwei Dutzend sein, Die Teammitglieder kommen nicht völlig freiwillig zusammen, sie haben einen Vertrag mit dem Unternehmen oder der Organisation, der es gestattet, ihnen Anweisungen zu geben, was sie tun und lassen sollen.

Es gibt Teams, deren Mitglieder alle die gleiche Aufgabe erledigen, weil einer allein die Aufgabe nicht rechtzeitig bewältigen kann, in anderen Team hingehen arbeiten die Mitglieder einander zu, sie sind aufeinander angewiesen, um den eigenen Teil der gemeinsamen Aufgaben erledigen zu können. Teams haben Vorgesetzte, die ebenfalls mit der Organisation vertraglich verbunden sind. Ihre Aufgabe ist, den Teammitgliedern Anweisungen zu geben und ihre Arbeitsergebnisse zu kontrollieren.

Mit groben Strichen haben wir das Bild eines Teams so skizziert, wie die meisten Beschäftigten ihre Zusammenarbeit mit anderen beschreiben können.

Drei Bestandteile kennzeichnen ihr Arbeitsleben: eine Arbeitsaufgabe, die sie teilen, eine Führung, die die Erledigung der Aufgaben anordnet und kontrolliert, sowie als drittes die Begegnung mit den anderen Teammitgliedern. Der Ort, an dem das stattfindet, wird Arbeitsplatz genannt.

Ihr Medium ist die Kommunikation – sie ermöglicht Zusammenarbeit im Team. Wir hier können zwei Pole erkennen, um die sich die Kommunikation des Team dreht. Führung ist der eine, das Team und sein Alltag der andere Pol.

 

Führungskommunikation meint Entscheidungen

Aus dem Betrachtungswinkel der Kommunikation, haben die Aufgaben der Führung mit Entscheidungen zu tun:

  1. Sammeln, Bewerten und Verteilen von Informationen als Basis von Entscheidungen,
  2. Planen und Organisieren von Entscheidungen,
  3. Legitimieren und Erklären von Entscheidungen und schließlich
  4. Schaffen von Verbindlichkeit für die Umsetzung der Entscheidungen.

Mit dem vierten Punkt schließt sich der Kreis: die Bewertung der Arbeitsergebnisse und deren Weitergabe fällt als Aufgabe wieder unter den ersten Punkt.

Die Führung orientiert sich in ihrer Kommunikation an Regeln und Vorgaben, also an Strukturen, die meistens für mehr Beschäftigte gelten als wir in einem einzelnen Team sehen und die bereits existierten, bevor das Team gebildet wurde und seinen Aufgaben erhielt.

 

Team- Kommunikation meint seinen Alltag

Die Kommunikation des Teams wiederum orientiert sich an der aktuellen Situation. Die Situation, in der sich das Team jetzt gerade in diesem Moment befindet, ist der Pol, um den sich seine Kommunikation dreht. Sie hat damit vier Hauptaufgaben:

  1. Sie schafft Identität als Team und
  2. Kontinuität mit der Vergangenheit des Teams und seinen Erwartungen an die Zukunft wird hergestellt.
  3. Interessen der Teammitglieder werden – nach innen ins Team und nach außen –ausgeglichen und
  4. die einzelnen Teammitglieder, ihr Verhalten und ihre Handlungen werden in eine von allen geteilte Erlebnis- und Erfahrungsbasis integriert.

Das Team schafft sich damit einen Alltag.

Erst beides zusammen, die Vorgaben und Entscheidungen der Führung und der Alltag des Teams, ermöglichen eine erfolgreiche Teamarbeit zur Bewältigung der Aufgaben. Der Ort des Alltags ist der Arbeitsplatz, ein Raum, in dem das Team sich aufhält, seinen Alltag als Team lebt und an den Aufgaben arbeitet.

 

Der Arbeitsplatz im Privatleben

Der Raum des Arbeitsplatzes ist weitgehend von den Räumen getrennt, in denen das private Leben der Teammitglieder außerhalb der Arbeit stattfindet. Dass beide Räume aufeinandertreffen, ist im Normalfall nicht vorgesehen und im Normalfall nicht sehr wahrscheinlich.

Begegnen sich die Räume des Arbeitsplatzes und des Privatlebens doch einmal, kann ein Konflikt entstehen, weil in jedem der Räume die Kommunikation nach eigenen und damit dem anderen Bereich fremden Regeln verläuft. Am einfachen gestaltet sich der Regelkonflikt, wenn das Privatleben auf den Arbeitsplatz trifft, z.B. bei einem Tag der offenen Tür des Unternehmens für Mitarbeiter und deren Angehörige. Nur in Ausnahmefällen kann der Arbeitsplatz dann wirklich eingenommen werden, meistens bleibt es bei einer bloßen Besichtigung, bei einem Familienspaziergang durch die Büroräume und die mit Absperrbändern kartierten Werkhallen.

Anders sieht es aus, wenn der Arbeitsplatz in das Privatleben einbricht. Liegt diese Form der Begegnung in der Struktur der Tätigkeit, lässt auf ein Arbeitszimmer verweisen – der Filiale des Arbeitsplatzes in den eigenen vier Wänden. Die restlichen Begegnungen werden zumeist als Ausnahme, als Notbehelf und als vorübergehend bezeichnet.

Durch die Begegnungen des Privatlebens mit dem Arbeitsplatz leidet die Alltags-Kommunikation des Teams nicht, weil entweder die Begegnungen (als Strukturmerkmal der Tätigkeit) in der Alltagskommunikation des Teams berücksichtigt werden oder so selten sind, dass sie in der Alltagskommunikation keine oder leicht ausmerzbare Spuren hinterlassen.

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