Edutainment: Vorbereitung einer Moderation

Edutainment verfolgt Ziele, die durch Techniken des Edutainments besser, nachhaltiger und mit mehr Freude für alle Beteiligten erreicht werden sollen. Es erfordert eine gründliche planerische, organisatorische, methodische und inhaltliche Vorbereitung. Nur wenn er gründlich vorbereitet ist, kann der Edutainer wirklich spontan reagieren.

Als Vorbereitung einer Moderation erstelle ich ein ausführliches Skript, das selbst für eine Veranstaltung von nur zwei Stunden Dauer vier oder fünf Seiten umfassen kann. Das Skript begleitet mich durch die ganze Vorbereitung hindurch – am Ende kenne ich es nahezu auswendig. Es wird am Abend vor der Veranstaltung ausgedruckt und wandert in meine Moderationsmappe. Die Titelabbildung zeigt eine Skriptseite.

In den letzten zwei bis drei Tagen vor der Veranstaltung destilliere ich aus dem Skript meine Moderationskarten. Die Inhalte des Skripts werden ordentlich eingedampft, selbst die längste Veranstaltung von einem Tag Dauer passt dann auf maximal fünfzehn Karten und zwar in einer Schriftgröße, die ich ohne Brille auch noch mit ausgestrecktem Arm lesen kann. Die Moderationskarten werden schließlich in der Jackettasche verstaut, nachdem ich sie mehrfach als Regieanweisungen für mein Kopfkino mit der Veranstaltung gebraucht habe.

Nach dieser umfangreichen Vorbereitung ist es wahrscheinlich kein Wunder und wird Sie nicht überraschen, dass ich während der Veranstaltung auf die Vorbereitungsmaterialien gar nicht oder nur sehr wenig zurückgreife.

Noch nie wurde das Skript während der Veranstaltung aus der Mappe gezogen. Was ich zu lesen bekomme, habe ich ohnehin abrufbereit im Kopf. Die Moderationskarten dagegen nehme ich aus dem Jackett, halte sie aber mehr in der Hand als dass ich sie lese. Zugeben, gerade am Anfang – „Vorsicht Lampenfieber“ – werfe ich immer wieder einen Blick darauf. Die Blicke werden aber mit der Zeit seltener und hören schließlich ganz auf. So kann es vorkommen, dass ich die Karten irgendwo hinlege und vergesse. Es kommt schon vor, dass eine aufmerksame Helferin von der Organisation mit den Karten hinter mir herläuft: „Herr Moethe, das habe ich gefunden. Die müssen Ihnen gehören. Brauchen Sie die noch?“ Natürlich bedanke ich mich nehme die Karten und sage freundlich „Ja“. Die leeren Rückseiten der Moderationskarten brauche ich nämlich als Schmierzettel.

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